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Das Handy verbindet Jung und Alt

11. Mai 2024

Weingarten. Ein Handy öffnet auch Menschen im Seniorenalter das Tor zur Welt. Wenn sie es richtig nutzen können. Dass es daran oft hapert, hat Fritz Liebersbach, der Vorsitzende des Weingartener Ortsseniorenrats, schon lange bemerkt. Viele alltägliche Dinge sind mit einem Handy wesentlich leichter zu schaffen. Aber man muss sich mit seinen Funktionen auskennen und auseinandersetzen.

Teilhabe am sozialen Leben, vor allem für Ältere, ist Liebersbach eine Herzensangelegenheit. Ein gutes Miteinander zwischen Alt und Jung ebenfalls. So kam eine Initiative zustande, die in eine Kooperation mit der Turmbergschule mündete. Junge Menschen aus der sechsten Klassenstufe zeigen Älteren, was mit dem Handy alles möglich ist und unterstützen sie bei ihren Fragen.

„Die Kinder sind begeistert“, sagt Lehrerin Theophila Lenart. „Es macht ihnen Freude, dass sie gebraucht werden.“ Acht Seniorinnen und Senioren sind an diesem Tag im Klassenraum. Ihnen gegenüber sitzen zehn Schülerinnen und Schüler, bereit für eine Eins-zu-eins-Betreuung. Rasch stellt sich heraus: Die Lernenden fangen nicht bei null an. Alle haben ihr Smartphone bereits eingerichte. Es ist ihnen vertraut, es fehlen nur bestimmte Anwendungen.

Peter Reichert ist ein Lernender. Sein Problem ist die durch den Energiesparmodus zu eng getaktete Abschaltzeit. Dem kann über die Funktion Einstellungen abgeholfen werden. Gabi Streit möchte das Hintergrundbild auf dem Startbildschirm ändern. Dazu muss sie lange auf das Display drücken, erklärt ihr jugendliches Gegenüber, und dann ein eigenes Bild aus der Galerie auswählen. 

Schritt für Schritt gehen beide Parteien gemeinsam vorwärts. Die eine Seite bemüht sich um Geduld, die andere um eine rasche Auffassungsgabe und schnelle Umsetzung. Es klappt hervorragend. Eine Frau möchte einen Kalender installieren, eine andere neue Kontakte im Telefonbuch anlegen. Alles keine großen Sachen, aber man muss wissen, wie es geht. Als es für seine schwerhörige Partnerin im Klassenzimmer zu laut ist, setzt sich ein Junge mit ihr auf den Flur und erklärt ihr alles, was sie wissen will. „Wir haben alle Zeit der Welt“, tröstet er, als sie nervös wird. Seniorin Elly Hartwig ist am Ende der Stunde sehr zufrieden. Sie habe eine Menge gelernt und fühle sich jetzt sicherer.

Liebersbach hatte der Schule seine Idee vorgestellt und bei Konrektor Klaus Stirn sofort Gehör gefunden. Da freie Räume in der Turmbergschule aber Mangelware sind, wurde das Projekt, das noch bis zu den Sommerferien jeden Dienstag von 14.20 bis 15.50 Uhr laufen soll, an den Club „Erste Hilfe“ angedockt.

Darum wird immer ein Teil der 90-Minuten-Einheit diesen Themen gewidmet. An diesem Tag passend: Wie installiere ich eine Notfall-App?

Einstieg in den Kurs ist jederzeit möglich, aber nur nach Anmeldung bei Fritz Liebersbach unter der Telefonnummer (0 72 44) 47 32.

Quelle: BNN