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28. Juni 2026

Sozialstation kämpft gegen Vereinsamung

Das Café „Vergissmeinnicht“ wendet sich an Demenzkranke, ein Gesprächskreis an Angehörige

Stutensee. Das Café „Vergissmeinnicht“ der kirchlichen Sozialstation Stutensee-Weingarten und der angeschlossene Angehörigen-Gesprächskreis unterstützen an Demenz erkrankte Seniorinnen und Senioren sowie ihre pflegenden Angehörigen. Die Diakonie Baden hat die beiden Projekte mit dem „Woche der Diakonie“-Preis ausgezeichnet, verbunden mit einer Prämie von 2.000 Euro. Beim Online-Voting erreichten sie unter 24 Initiativen mit 651 Stimmen den zweiten Platz. Der Preisvergabe lag das Motto der diesjährigen Aktionswoche zugrunde: „Zusammen sind wir weniger allein“.
Derzeit findet das Café „Vergissmeinnicht“ an drei Tagen in der Woche statt. „Es ist eine tolle familiäre Gemeinschaft mit nur positiver Energie und Erlebnissen“, sagt Nicole Heidt, die verantwortliche Leiterin in der Demenzarbeit bei der Sozialstation, die das Projekt mit viel Herzblut und spürbarer Begeisterung betreut. Sie schätzt sich glücklich über die Unterstützung durch ein Team von rund acht Ehrenamtlichen. „Sie helfen uns zuverlässig, bringen eigene Ideen mit ein und haben das Herz am richtigen Fleck. Ohne sie wäre das alles nicht möglich“, ist sie dankbar.
Die Patientinnen und Patienten werden vom hauseigenen Fahrdienst oder von Angehörigen in die Räumlichkeiten der Sozialstation in der Blankenlocher Bahnhofstraße gebracht. Dort erwarten sie ein Stuhlkreis und eine liebevoll angerichtete Tafel, bei der jeder seinen festen Platz hat. Die Treffen laufen immer nach dem gleichen Muster ab. „Gerade bei diesem Krankheitsbild sind feste Strukturen und Rituale wichtig“, weiß Heidt. Die Zusammenkünfte beginnen stets mit einem Begrüßungslied.
Danach folgen Sitztänze und Spiele, die etwa das Gedächtnis trainieren – für manche schon eine große Herausforderung. Klassische Gymnastikübungen schulen Beweglichkeit und Feinmotorik. Ein eigens gedichtetes Lied leitet die Kaffeerunde ein, zu der es immer selbst gemachten Kuchen gibt. Anschließend wird gespielt, gesungen, geraten und gebastelt. Nach drei Stunden beendet das vertraute Abschiedslied den für alle Beteiligten vergnüglichen Nachmittag. Die ganze Zeit mit dabei ist Hündin Amy. Heidt plant für die kleine Tierschutzhündin eine Therapiebegleithundeausbildung. Doch schon jetzt kann sich Amy einbringen und sorgt für eine entspannte Atmosphäre im Raum.
Aus dem längst etablierten Café „Vergissmeinnicht“ hat sich zu Beginn dieses Jahres ein weiteres Projekt entwickelt, das Heidt besonders am Herzen liegt: der Angehörigengesprächskreis „Nähe statt allein – Lichtblicke im Alltag“. Einmal im Monat treffen sich Menschen, die ihre an Demenz erkrankten Angehörigen pflegen, zum gegenseitigen Austausch. „Sie sind oft sehr allein mit ihrer großen Verantwortung“, hat Heidt festgestellt. Mit dieser Plattform möchte sie ihnen „mehr Unterstützung und schöne Momente“ bieten. Die bisherigen Treffen seien sehr emotional und vertraut abgelaufen. Wegen des großen Bedarfs soll das Projekt ausgeweitet werden.

Der Kreisseniorenrat freut sich riesig über dieses großartige Engagement und gratuliert natürlich ganz herzlich zum 2. Platz , verbunden mit der Prämie.